Fachabteilung Kies und Sand
Hessen-Rheinland-Pfalz
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Industrieverband Steine und Erden e. V.

Ressourceneffizienz

Natürliche Ressourcen sind Grundlage aller wirtschaftlichen Aktivitäten. Kies und Sand sind eine solche Ressource.
Ein ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltiger Konsum unserer Gesellschaft wird maßgeblich durch die Möglichkeit mitbestimmt, Rohstoffe nutzen zu können. Kies und Sand können im eigenen Land gewonnen und weiterverarbeitet werden und stellen die Eigenversorgung sicher. Dies ist bei vielen anderen Rohstoffen nicht der Fall, was zu hohen Umweltbelastungen durch Transporte, zur Versorgungsunsicherheit, internationalen Rohstoffkonflikten, explodierenden oder stark schwankenden Rohstoffpreisen auf dem Weltmarkt und damit verbundenen ökonomischen und sozialen Verwerfungen in vielen Ländern der Erde führen kann und z. B. im Bereich der Energie-, Metall- und Nahrungsmittelrohstoffe bereits geführt hat.

Für die Kies- und Sandindustrie ist die ständige Verbesserung im Sinne einer möglichst effizienten Nutzung heimischer Ressourcen selbstverständlich. Nicht auf Kosten sondern mit der Natur sollen marktgerechte Kies- und Sandprodukte hergestellt werden. Dabei stehen eine möglichst geringe Inanspruchnahme der natürlichen Lebensgrundlagen Boden, Wasser, und Naturraum während des Rohstoffabbaus, eine energie-/emissionsarme und nahezu abfallfreie Produktion sowie eine naturverträgliche Folgenutzung nach dem Abbau im Vordergrund. Sowohl während als auch nach dem Abbau werden dadurch häufig naturschutzfachlich höherwertigere Flächen geschaffen, als vor dem Abbau.

Aus weniger mehr machen. Die Kies- und Sandindustrie versteht diesen Grundsatz als Prozess der ständigen Optimierung. Das Ziel einer steigenden Ressourcenproduktivität bei gleichzeitiger Reduzierung der Umweltbelastungen gilt schon bei der Lagerstättenauswahl als Grundlage aller wirtschaftlichen Aktivitäten der Kies- und Sandindustrie, in jeder Produktionsstufe und in allen „Lebenszyklen“ der Kies- und Sandprodukte bis zum Recycling.

Der Ressourceneffizienz sind allerdings auch qualitative und quantitative Grenzen gesetzt. Dies wird am Beispiel der Erschließung möglicher Recyclingpotentiale mineralischer Rohstoffe deutlich. Aus qualitativer Sicht wäre es z. B. unverantwortlich zu fordern, Baustoffe im Straßen-, Brücken-Eisenbahn-, Hoch- und Landschaftsbau einzusetzen, wenn diese dafür nicht geeignet sind und deren Verwendung z. B. eine Gefährdung der Sicherheit und der Umwelt darstellen würden. Quantitativ sind Recyclingbaustoffe bzw. der zur Herstellung von Recyclingbaustoffen erforderliche Bauschutt- und Straßenaufbruch nur in begrenzten Mengen verfügbar. Die heute theoretisch zur Verfügung stehende Menge ist abhängig von der durchschnittlichen „Lebensdauer“ der Bauwerke, in denen der Rohstoff gebunden ist. Und hier zählen Kies und Sand zu den „langlebigsten“ Baustoffen, was wiederum zur besonderen Ressourceneffizienz von Kies und Sand beiträgt. Recycling kann deshalb auch zukünftig mineralische Primärbaustoffe nur teilweise ersetzen. Realistische Berechnungen gehen davon aus, dass dieser Anteil – regional unterschiedlich – langfristig bei ca. 10 % bis maximal 15 % liegt, wobei dieser Anteil in manchen Regionen bereits heute erreicht ist. Bundesweit werden hierzu zurzeit ca. 75 % des anfallenden Bauschutts und Straßenaufbruchs verwertet.